
„Doppeljunge–Doppeljunge!“
schrieen sie hinter uns her. Und noch immer tat es weh. Egal auf welchem Teil
der Erde wir uns auch befanden, erschlugen uns die Blicke und ihre Worte rissen
tiefe Wunden in meine Seele. „Doppeljunge–Doppeljunge!“ Chang trafen diese
Attacken viel weniger als mich. Er spielte mit den Emotionen der Meute, lachte
ihnen frech ins Gesicht.
Manchmal dachte ich, er
braucht mich nur, damit er die große Attraktion auf jedem Jahrmarkt sein kann.
Was wäre er ohne mich? Nur ein Siamese, nicht das Monster, was den Leuten einen
Schauer über den Rücken jagt.
Ihre gierigen Blicke sind
sein tägliches Brot, mich fressen diese Blicke auf. Chang eilt von Ort zu Ort,
wie getrieben jagt er durchs Land. Mich quält die Sehnsucht nach Siam, nach
unserer Mutter und nach dem stinkenden Mae–Khlong. Ich vermisse die Enge
unsers Hausboots. Doch Chang spricht nicht gerne über Siam.
Wie immer füge ich mich
seinem Willen, mache gute Mine zu bösem Spiel. Ich werde immer da sein, wo
Chang ist. Und wenn er eines Tages die Bühne für immer verlässt, gehe ich
mit. Untrennbar ist unsere Zeit.
